Programm 2025

WINTER ADÉ + DISKUSSION

©Michael Loewenberg
©Michael Loewenberg

Vorführung in der Kulturscheune Eibenhof

Winter adé gilt als ein Kultfilm unter Filmkennern. Eine Zugfahrt, ein Gespräch im Abteil – so beginnt Winter Adé. Ein Jahr vor dem Mauerfall reist Helke Misselwitz 1988 mit der Bahn von Zwickau bis Rügen und trifft unterwegs Frauen unterschiedlichster Herkunft: eine Brikettarbeiterin, zwei Punkerinnen, eine Berliner Wirtschaftswissenschaftlerin, eine 85-Jährige zur Diamanthochzeit, eine alleinerziehende Kinderdorfleiterin – und viele andere.

In eindringlichen Schwarzweißbildern und mit sensibler, subjektiver Kamera erzählt der Film von ihrem Leben unter dem real existierenden Sozialismus – von Wünschen, Frust, Alltagsstrategien und der Kluft zwischen Gleichheitsversprechen und Realität. Die Gespräche sind offen, poetisch, politisch – sie fangen eine Stimmung ein: eine Gesellschaft im Umbruch, kurz vor dem Ende.

Der Zug wird zum Symbol für Bewegung und Wandel. Winter Adé, ein doppeldeutiger Titel, deutet an: Das Land steht vor einer Wende – und Frauen beginnen, ihre Stimme zu erheben. Der Film wurde 2023 digital restauriert und gilt heute als Klassiker des ostdeutschen Dokumentarfilms.

„Helke Misselwitz gehört zu den wichtigsten Filmemachern der letzten DEFA-Generation. Bereits während der Studienzeit fallen ihre filmischen Übungen auf, aber erst 1988 kann sie mit der Dokumentation WINTER ÁDE (1988) nationale Anerkennung erzielen. Die Dokumentation ist eine der wichtigsten über Frauen in der DDR, Sehnsüchte und Befindlichkeiten kommen ungefiltert zum Ausdruck. “ (Auszug DEFA-Stiftung)

Wir freuen uns sehr, die Filmemacherin Helke Misselwitz  beim Festival begrüßen zu dürfen. Im Anschluss an den Film findet eine  Diskussion mit ihr statt.

©TONY VAHL

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  • Credits

    • Land: DDR/Deutschland, 1988 (Restaurierung 2023)
    • Länge: 112 Minuten
    • Regie: Helke Misselwitz
    • Fassung: Restaurierte Originalfassung, Deutsch mit englischen Untertiteln