Jugendprogramm 2026
Jugendjury: Junge Perspektiven auf Wirklichkeit
Die Jugendjury mit 29 Schüler:innen der 9. Klasse der Juri-Gagarin-Oberschule Fürstenwalde tagte vom 29. Juni bis 3. Juli 2026 im Filmtheater Union Fürstenwalde, einem neuen Partnerkino des Festivals und einem der ältesten durchgehend betriebenen Kinos Deutschlands. An fünf intensiven Tagen sichteten die Juror:innen internationale Filme, diskutierten Inhalte und filmische Formen und wählten
DJ AHMET (Nordmazedonien, 2025) und SUNNY DANCER (Großbritannien, 2026) aus. DJ AHMET verbindet märchenhafte Erzählweise mit dokumentarischer Nähe: Mit Laiendarsteller:innen und an Originalschauplätzen gedreht, erzählt der Film von der Lebenswirklichkeit junger Menschen zwischen Tradition und Moderne. SUNNY DANCER beschreibt eine Krebserkrankung im Jugendalter jenseits gängiger Stereotype. Prominent besetzt, unter anderem mit Bella Ramsey und durch bewegte Kamera geprägt, entsteht ein unmittelbares Bild von Freundschaft, Körperlichkeit und Spontanität.
Die Jugendjury präsentiert beide Filme am 4. September 2026 im Schulkino. Ergänzt wird das Programm durch Fit fürs Schulkino, das mit Workshops und Filmgesprächen auf die Filme vorbereitet; Unterrichtsmaterialien können interessierte Lehrkräfte direkt anfordern.
Filmprojekte: Wie Wirklichkeit entsteht
Wie Wirklichkeit entsteht, zeigt der Dokumentarfilm Binäre Windmaschine. Er begleitet den Aufbau einer modernen Orgel im Barockstil in der Klosterkirche Lehnin und die Beteiligung von Jugendlichen aus der Region. In Gesprächen mit Expert:innen und durch praktische Einblicke erfahren die Teilnehmenden, wie traditionelles Handwerk und das Prinzip binärer Logik – von zwei Zuständen wie offen und geschlossen, an und aus – bis heute wirksam sind. Die Orgel wird dabei zum Sinnbild einer Wirklichkeit, die aus Wissen, Praxis und Weitergabe entsteht. Einige Jugendliche werden selbst zu Vermittler:innen und geben ihr Wissen weiter. Der Film macht deutlich: Wirklichkeit ist kein starres Gefüge, sondern entsteht durch Handeln und Erzählen. Eine Kurzfassung des Dokumentarfilms wird im September beim Festival Premiere haben.
Begegnungsprojekte: Wirklichkeit überschreitet Grenzen
Auch über das Festival hinaus arbeitet das Team Anna Faroqhi und Haim Peretz in ganzjährigen Projekten mit Jugendlichen aus der Region und darüber hinaus. Im Fokus stehen Medienbildung und politische Bildung. Ziel ist es, junge Menschen zu einem reflektierten Umgang mit Medien zu befähigen und demokratische Teilhabe zu stärken.
Erste Begegnungsformate mit Schwerpunkt auf Gespräch und Extremismusprävention sind für den Herbst in Lieberose geplant.
Die Jugendprojekte schaffen auch neue Begegnungen und Perspektiven. Filme des Jugendprogramms wurden bereits international gezeigt, unter anderem in London, Paris, Helsinki, Mexiko-Stadt und Los Angeles.