Jugendprogramm 2023 – FILM OHNE GRENZEN

„Die Jury sind wir“ 

Auch 2023 fungierten Schülerinnen und Schüler (in diesem Jahr war es die 8. Klasse der Europaschule Storkow) wieder als Jugend-Jury für FILM OHNE GRENZEN und wählten in einem einwöchigen Workshop mit den Projektleitern Anna Faroqhi und Haim Peretz zwei Filme aus, die sie als eigenständige Jury im September auf dem Festival geladenen Schulklassen präsentierten.

In dem Workshop sahen die Jugendlichen eine Woche lang im Kino Schukurama in Beeskow täglich einen Dokumentar- oder Spielfilm, der das Festivalthema ZUVERSICHT ansprach. Dabei ging es vor allem um Jugend- und Rollenbilder, um Rassismus, Armut und Bildung. Nach jedem Screening wurde über die Filme, die Bedeutung des Wortes „Zuversicht“ und die Interpretation dessen im jeweiligen Film diskutiert.

Als abschließende Aufgabe des Workshops durften die Schüler*innen das Programm des Festivals mitkuratieren: Sie stimmten ab und wählten die zwei „Sieger-Filme“ für das Schulkino-Programm von FILM OHNE GRENZEN aus.

Dabei entschied sich die Jugend-Jury für folgende Filme:

„NENEH SUPERSTAR“ (Frankreich 2022), Regie: Ramzi Ben Sliman

„Schulen dieser Welt“ (Deutschland/Frankreich 2021), Regie: Émilie Thérond

 

Filmische Workshops zum Thema „Lebenslauf“

2023 fanden mehrere Workshops statt, die sich im weiteren Sinne mit dem Thema „Lebenslauf“ beschäftigten.

In einem partizipativen Filmprojekt berichtete die Schülerin Sham Alfaad  von ihrer Flucht aus Syrien in die Türkei und nach Griechenland, bis sie 2020 in Deutschland ankam. Die Workshopleiter unterstützte Sham bei der Suche nach einem Platz für ein Schülerpraktikum und erarbeiteten gemeinsam mit ihr die Bewerbungen. Sham interessierte sich für das Medium Film. Das Praktikum fand im April in einer Produktionsfirma in Fürstenwalde statt und wurde mit der Kamera begleitet, wobei Sham ebenfalls Bilder machte und zur Dokumentation beitrug.

Sham während ihres Schülerpraktikums

 

In der Geflüchtetenunterkunft „Am Fuchsbau“ im Landkreis Oder-Spree startete unser Team ein Projekt, das Bewohner*innen beim Verfassen ihrer Lebensläufe unterstützt. Dieser Prozess wurde filmisch festgehalten, zum Teil von unserem Team, zum Teil von den Bewohner*innen, indem sie die Kameras selbst bedienten. In den Projekttagen entstanden ca. 40 Lebensläufe sowie mehrere Anschreiben an Vermieter und Arbeitgeber. Schauspielerin Laura Tonke unterstützte das Projekt und las den Lebenslauf von Obada Zedan, einem ausgebildeten Arzt aus Syrien, vor der Kamera vor.

 

Schauspielerin Laura Tonke und Mediziner Obada Zedane lesen den Lebenslauf von Obada Zendane

 

Die Projekte wurden auf dem FILM OHNE GRENZEN Festival dem Publikum präsentiert. Bewohner*innen des Wohnheims wurden zum Festival eingeladen. Aufgrund der positiven Resonanz und der großen Nachfrage wird das Projekt in 2024 fortgeführt.

Verstetigung

Das Verstetigungs-Programm von FIM OHNE GRENZEN dient der Vermittlung von Film, der Verbreitung der Inhalte der Jugendprojekte im Landkreis sowie dem Kennenlernen und In-Kontakt-Kommen mit neuen Gruppen und möglichen Teilnehmenden.

In der Gemeinschaftsunterkunft am Fuchsbau organisierte FILM OHNE GRENZEN einen Filmabend zur Annährerung an die Berwohner*innen. Rund 20 Bewohner*innen aus der Unterkunft, darunter auch viele Kinder, nahmen teil.

Ein weiteres Projekt, das Lese-Experiment „Katerynas Geschichte“, fand in der Gemeinschaftsunterkunft Caritas in Bad Saarow statt. Bewohner*innen aus der Ukraine erarbeiteten in einem Mini-Workshop eine kurze filmische Lesung der Fluchtgeschichte eines 14jährigen Mädchens aus der Ukraine. Die Teilnehmer*innen nahmen das „Lese-Experiment“ mit großem Elan auf und fanden sich äußerst interessiert an der technischen und darstellerischen Mitwirkung bei einer Filmarbeit. Die anfallenden Übersetzungen zwischen Deutsch und Ukrainischen wurden durch die Teilnehmer*innen selbst erstellt.

Im Anschluss an dieses Projekt wurde der dabei entstandene Kurzfilm im Rahmen eines Filmabends in der GU Caritas weiteren Bewohner*innen präsentiert.

Ein weiterer Filmabend mit Gesprächsrunde für Jugendliche mit Migrations- und Fluchtgeschichte wurde im Jugendclub Storkow organisiert.