Workshops/ Schulkino 2019

Am Festivaldonnerstag sahen sich Schüler und Schülerinnen des Landkreis-Oder-Spree im Rahmen des FILM OHNE GRENZEN-Schulkinos Ausszüge der rbb Produktion  „24hEuropa – The Next Generation“ an. Im Anschluss diskutierten sie mit Regisseurin Britt Beyer und den beiden Protagonistinnen und Aktivistinnen Natalia Pancewisz und Marta Lempart über das Gesehene.

Eine zweite Schüler-Gruppe sah sich in einer weiteren Schulvorführung den Film „Kleine Germanen“ von  Mohammad Farokhmanesh und Frank Geiger an. Die Dokumentation kombiniert Animations- und Dokumentarfilm, um die Geschichten von Kindern zu erzählen, die in rechtsextremen Familien aufgewachsen sind. Im Anschluss an die Vorführung fand eine Diskussion mit Regisseur Mohammad Farokhmanesh statt.

Workshops: 

SINFONIE DER KLEINSTADT

Im Juni fand der dritte diesjährige FILM OHNE GRENZEN Workshop für Menschen mit und ohne Fluchtgeschichte statt: Unter Anleitung von Anna Faroqhi & Haim Peretz, Berliner Künstler und Autoren experimenteller Dokumentarfilme, sowie der Komponistinnen und Klangkünstlerinnen Eunice Martins und Laura Mello arbeiteten rund 20 geflüchtete Bewohner des Übergangswohnheims Fuchsbau in Petersdorf, Jugendliche aus dem Jugendclub Nord Fürstenwalde sowie Lehrlinge verschiedener Gewerbe aus Storkow und Bad Saarow an dem Filmprojekt „Sinfonie der Kleinstadt“.

Der zweiteilige Workshop brachte zuerst die Geflüchteten in Kontakt mit der Arbeit in den Betrieben und ermöglichte den Teilnehmer*innen erste Einblicke und Tätigkeiten. Gleichzeitig erhielten die Teilnehmenden einen Schnellkurs im Umgang mit HD-Kameras und Tonequipment, so dass sie sowohl vor als auch hinter der Kamera mitwirken konnten. Ein Kurzfilm-Essay zum Thema „Arbeit“ entstand.

Im zweiten Teil des Workshops wurden die Bilder, angelehnt an den Stummfilmklassiker „Berlin – Symphonie einer Großstadt“, durch die entstandenen Tonaufnahmen und musikalische Eigenkreationen vertont. „Die Teilnehmenden sollen die Möglichkeit haben, über ihr eigenes Umfeld hinaus Lebenswirklichkeiten wahrzunehmen und diese in Bilder und Klänge zu fassen“, sagt Anna Faroqhi. Entstanden ist eine vielseitige filmische und musikalische Montage; zustande gekommen sind Begegnungen, Beziehungen und – Möglichkeiten für Lehre und Arbeit. „Zu wünschen, dass solche Begegnungen Alltag wären“, so Faroqhi.

Premiere feiert „Sinfonie der Kleinstadt“ wie auch alle anderen Workshop-Projekte beim  FILM OHNE GRENZEN Festival 2019.

Wir danken allen Unterstützen unserer Workshops!

 

MIX IT

Mit großem Erfolg fand in Fürstenwalde vom 3. – 7. Juni das Schulprojekt „Mix it“ statt – eine Initiative der Deutschen Filmakademie und bildberbewegen e.V., erstmalig realisiert in Kooperation mit FILM OHNE GRENZEN:  30 Jugendliche mit und ohne Fluchtgeschichte des Oberstufenzentrums Palmnicken (Europaschule OSZ Oder-Spree) drehten gemeinsam drei Kurzfilme zum Thema „Wahlen“.

In dem ersten Film dreht sich alles um die fiktive Partei FMP – „Fürstenwalder Mixed Partei“ – die von den Schülern für das Filmprojekt selber entwickelt wurde. Bei dem anderen Film geht es um ein Mädchen, das wählen darf und nicht will – und um einen Jungen, der wählen möchte, aber nicht darf. Der dritte Film ist eine Dokumentation über die Projektwoche.  Die Jugendlichen setzten sich während der Arbeit an den Filmen mit hochaktuellen Fragen auseinander: wo stehen sie als jungen Menschen bei politischen Themen? Was denken sie über Migration? Welche Vorurteile haben sie und wer sind ihre (politischen) Vorbilder?

Für Wanissou Bounou aus Benin erfüllt sich mit dieser Woche ein lang gehegter Wunsch: „Der Workshop ist vor allem deshalb so schön, weil die Geflüchteten mit den Einheimischen über die gemeinsame Arbeit an den Filmen endlich richtig zusammenkommen und sich im Team ganz anders kennenlernen können.“

In Anwesenheit der Teilnehmer und weiterer Gäste werden die drei Filme auf dem FILM OHNE GRENZEN Festival ihre große Premiere feiern.

Im Anschluss daran werden sie außerdem auf dem Youtube-Kanal des Projekts zu sehen sein: youtube.com/mixitfilmprojekt

 

360°-Workshop

Ein erster Filmworkshop fand in diesem März in Kooperation mit der DASI Berlin GmbH statt. Das Projekt richtete sich an Jugendliche, die aus unterschiedlichsten Gründen nicht mehr zu Hause leben können und deswegen von der Diakonischen Arbeitsgemeinschaft Sozialpädagogischer Initiativen betreut werden. Angeleitet von den VR-Journalistinnen Christiane Wittenbecher und Susanne Dickel der Firma IntoVR stellten die Jugendlichen einen 360° Film her. Gemeinsam entwickelten sie das Konzept, das Drehbuch und den Drehplan. Dabei sollten sie sich inhaltlich mit dem diesjährigen Festivalthema „W I R“ auseinandersetzen. Das Unterthema ihres Filmes, das die Jugendlichen in einem ersten Prozess selber auswählten, lautete Mobbing.
Die zuständige Bereichsleiterin der DASI Berlin hebte die Bedeutung eines solchen Filmworkshops für die Jugendlichen hervor: „Sie erfahren dadurch eine enorme Selbstständigkeit und erleben, was es bedeutet, kreativ zu sein und dabei etwas entstehen zu lassen. Dies stärkt und festigt ihre Persönlichkeit – Eigenschaften, die sie im weiteren Leben voranbringen werden.“ Der Workshop wurde gefördert von der Stiftung Berliner Sparkasse.

Weitere Workshops werden im Sommer und in der Festivalwoche für Brandenburger Jugendliche und Jugendliche aus fremden Kulturkreisen stattfinden.